Du bist herzlich eingeladen, am Ibuprojekt teilzunehmen! Wir haben gerade erst angefangen. Die Abgabe für Entwürfe im ersten Schritt ist der 30. November.
Hintergrund
Shuhan, Karel, Mandar und Juli kennen sich als Mitglieder der internationalen Symbol Group.
In einem von Julis TUQTULI-Workshops übersetzte einer ihrer Studenten, Eric Scholz, visuell die wesentlichen Informationen des Beipackzettels für das Schmerzmittel Ibubeta. Kurz darauf sendete Juli Erics Entwurf an Karel, Mandar und Shuhan, die alle beruflich im Bereich Medizin und Zeichen verortet sind. Zusammen mit einer seiner Studierenden übersetzte Mandar die visuellen Botschaften umgehend zurück in Sprache. Es stellte sich heraus, dass sie bemerkenswerte 75 Prozent richtig verstanden hatten. Das war der Funken, der Juli dazu bewog, die Idee ernst zu nehmen.
Ibuprofen
Ibuprofen wird weltweit in vielen Versions verkauft, wie etwa Ibubeta in Deutschland. Es hat jedoch immer dieselben Inhaltsstoffe. Das erscheint uns ideal für diese kleine internationale, interdisziplinäre Kooperation.
wie Du teilnehmen kannst
Sende eine Mail an Juli. Sie schickt Dir den zu übersetzenden Text.
Zusammen haben wir sorgfältig herausdestilliert, was man wirklich unbedingt wissen muss, bevor man das Medikament einnimmt. Wir haben das sehr einfach formuliert. Möglicherweise begleitet dieser Text die visuellen Botschaften.
Bitte übersetze den Text in aneinandergereihte Zeichen. Verwende Papier und schwarzen Filzstift oder ein einfaches Zeichenprogramm. Fertige Deine Skizzen in schwarzweiß an und verwende keine Schattierungen. Als Format verwende bitte A4 quer.
Statt für alle einzelnen Begriffe neue Übersetzungen zu entwickeln kannst Du gern Zeichen unserer Zeit einbringen – Zeichen, die Menschen schon von Interfaces, Verkehrsschildern, Orientierungssystemen et cetera kennen.
Sobald Du Deine Übersetzung fertiggestellt hast, kopiere daraus bitte all Deine visuellen Vokabeln – »Kopfschmerzen«, »wenn« und so weiter – und mache daraus separate Dateien.
Grundgedanken statt Ästhetik
In diesem Stadium des Projekts spielen Ästhetik und Stil keine Rolle
Bitte konzentriere Dich auf die Bildideen. Deine Piktogramme sollten so einfach wie möglich und so detailliert wie nötig sein. Was zählt, ist dass die visuellen Vokabeln und die Piktogrammatik die Botschaft erfolgreich überbringen.
Vermutlich wirst Du sinnvoll finden, die Sprachlogik des Textes zu verwerfen und Deine eigene visuelle Logik zu entwickeln.
Darüberhinaus gibt es ein paar harte Nüsse zu knacken. Wie sähe zum Beispiel Dein Zeichen für »Apotheker*in« aus oder Deine Übersetzung für »reduzieren«? Sollte Dir die Übersetzung mancher Worte zu schwer fallen, so schreibe sie als Platzhalter in Deine visuelle Übersetzung.
Beispiele
Du fragst Dich, ob und wie andere bereits Worte und Sätze piktographisch übersetzt haben? Juli wird Dir Beispiele zusammen mit dem Text schicken. Und wenn Du Dich hier auf der Seite ein wenig umsiehst, wird vielleicht bereits klarer, was mit »aneinandergereihten Zeichen« gemeint ist.
persönliche Angaben
Bitte lass uns Folgendes wissen: Deine Mailadresse, Deine Muttersprache(n), weitere Sprachen, die Du sprichst, Deine Berufsausbildung(en), Tätigkeit(en) und oder Fachgebiet, Dein Geschlecht, Geburtsjahr und ‑ort sowie Deinen Wohnort.
Dateinamen
Bitte benenne Deine Dateien so:
visual_translation_Vorname_Nachname_Land für Deine Übersetzung
muscular_pain_Vorname_Nachname_Land, pharmacist_Vorname_Nachname_Land, reduce_Vorname_Nachname_Land, et cetera für die ganzen visuellen Vokabeln, die Du in Deiner Übersetzung verwendet hast (s. »wie Du teilnehmen kannst«) und
personal_details_Vorname_Nachname_Land.pdf für Deine persönlichen Angaben.
Abgabedatum
Bitte lade Deine Entwürfe bis zum 30. November hier hoch. Lege einen Ordner mit Deinem Vor- und Nachnamen an und füge ihm Deine Dateien hinzu.
nächste Schritte
Nachdem wir die Übersetzungen aller Teilnehmenden erhalten haben, werden wir die ganzen verschiedenen visuellen Vokabeln bündeln, um sie vergleichbar zu machen. Wir werden die verschiedenen piktogrammatikalischen Ansätze untersuchen und nach Ähnlichkeit sortieren. Wir werden die Ergebnisse besprechen und versuchen, Übereinstimmungen zu finden, denn verschiedene Menschen auf ähnliche Ideen und Ansätze kommen, erscheint uns das als besonders heiße Fährten.
Sobald wir damit durch sind, geben wir den Teilnehmenden Zugang zu allen Ergebnissen und laden sie zu einem Onlinetreffen ein. Wer mag kann die eigenen Ansätze präsentieren. Zusammen werden wir dann die ersten Entwürfe und Erkenntnisse besprechen. Wir werden uns über die nächsten Schritte abstimmen. Zu diesen wird eine Optimierungsphase der bisherigen Ergebnisse und die Organisation von Testrunden gehören.
spätere Schritte
Wir werden das Ibuprojekt bei der nächsten Symbol Group Konferenz im Herbst 2026 vorstellen. Paper über den Prozess, die Ergebnisse und Erkenntnisse werden wir später in Medizin- und Design-Fachzeitschriften publizieren. Wir freuen uns auf Interviews in Podcasts, Zeitungen und Zeitschriften. Darüberhinaus denken wir an ein Buch, mit dem wir eine breitere Öffentlichkeit erreichen können.
Immerhin sind piktographische Anweisungen auch in anderen Zusammenhängen denkbar: bei der Zubereitung von Mahlzeiten, für Hausordnungen, auf Knöllchen und vielem mehr.
Fragen
Mit Fragen wende Dich gern per Mail an Karel, Mandar oder Juli.